Heilpraktiker und Glauben

“Ich glaube an die Naturheilverfahren und dann wirkt es bestimmt auch besser.”

Diesen oder ähnliche Sätze höre ich immer wieder von Patienten in meiner Praxis.

Was ist Compliance?

Etwas grundsätzliches vorweg: unter Compliance versteht man man in der Medizin die Mitarbeit und Kooperation des Patienten bei einer medizinischen Behandlung.

Die Compliance ist unstrittig eine wichtige Grundvoraussetzung für den Erfolg einer Therapie. Dabei ist es unwichtig, ob es sich um eine Therapie beim Arzt, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten oder Heilpraktiker handelt. Ohne dass Therapeut und Patient zusammen arbeiten geht gar nichts (!!!).

Ich sehe die Medizin und hier vor allem auch die Naturheilverfahren sehr pragmatisch: wer heilt hat recht. Die Methoden sind dabei vielfältig und das ist gut so. Man sieht immer wieder, dass unterschiedliche Patienten auch verschiedene Therapieverfahren benötigen. Die Kunst eines Behandlers ist es hier zu sehen, welches Verfahren hat mit hoher Wahrscheinlichkeit beim einzelnen Patienten Erfolg. Denn nur darum geht es uns: zu helfen.

Natürlich schadet es dabei nie, wenn Sie einen kleinen Vertrauensvorschuss als Patient mitbringen und auf die langjährige tägliche Erfahrung Ihres Therapeuten vertrauen können.

Naturheilverfahren- oder der Körper wird´s schon richten….

Anders als in der konventionellen Medizin setzen wir in den Naturheilverfahren ganz klar auf die Fähigkeit des Körpers zur Selbstheilung. Unser Ziel ist es also den Körper dabei zu unterstützen sich selbst zu heilen.

Das macht die Naturheilverfahren auch so extrem unspektakulär. Wenn ich ein typisches Schmerzmittel bei Kopfschmerzen nehme, sind die Kopfschmerzen einfach plötzlich weg. Nehme ich ein pflanzliches Kopfschmerzmittel und es schlägt an, braucht der Körper oft trotzdem Zeit und reguliert dann den Kopfschmerz schrittweise herab. Das ist zwar natürlicher und in aller Regel ohne Nebenwirkung, führt aber nicht immer zum plötzlichen Erfolg.

Was ist nun der große Vorteil der Naturmedizin: sie geht mit dem Körper und nicht gegen seine Reaktionen und erzielt so im Idealfall “echte Heilung”.
Der Haken dabei: der Patient braucht Geduld. Regulationsprozesse dauern, gerade bei chronischen Erkrankungen.

Deshalb auch immer meine Desillusionierung vorweg: “wenn Sie sich auf Naturheilkunde einlassen, brauchen Sie Geduld, Zeit und den Willen mitzuarbeiten an Ihrem Heilungsprozess.”

Was muss ich als Patient tun ?

Erstmal nur zwei Dinge: der Therapie folgen und die verordneten Maßnahmen einhalten (z.B. Arzneimittel einnehmen, Umschläge machen, regelmäßige Übungen etc.).

Der Glaube an die grundsätzliche Fähigkeit Ihres Körpers sich selbst zu heilen reicht hier völlig aus.

Das bringt uns unweigerlich an die Frage der Grenzen der Naturheilkunde.

Grundsätzlich gilt: wenn die Zeit für eine akute, lebenserhaltende Therapie drängt, vertrauen Sie immer zuerst Ihrem Arzt.

Unterstützende natürliche Medizin (Komplementärmedizin) von Ihrem Heilpraktiker ist dann zusätzlich oft möglich und ergänzt die konventionelle Medizin sinnvoll.

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